Biolandhof Wiersdorf (Jens Kulow)

Ein Eiertraum ist das! Inklusive der Rechnungen, die wir von Jens bekommen: Gedruckt auf eidottergelbem Papier! Jens und seine Frau Dietlind haben sich ihren Traum verwirklicht. Sie haben einen wunderschönen Hof mit Fischen und Fröschen, Lilien und Rosen, sind eingebunden in die Kreisläufe aus Mensch und Natur um sie herum und - das ist beiden wichtig - nicht von Agrarkonzernen abhängig. 

Unsere Beziehung ist eng. Nicht nur, weil wir ständig in Eierdingen miteinander zu tun haben. Jens ist auch jemand aus der Anti-Gorleben-Szene von damals; Felix und er kennen sich schon lange. Gurken, Salat und Tomaten bekommen wir auch vom Hof, wann immer es möglich ist. 

Die Hühner scharren und picken - im Stall oder draußen, wie sie Lust haben. Auf dem Hof können sie ohnehin ganz viel von dem tun, wonach ihnen gerade ist. "Sie richten sich hier in ihrem Verhalten noch sehr an ihren Vorfahren aus", sagt Jens. Was auch bedeutet, dass sich die Tiere nie sehr weit in ungeschütztes Gebiet vorwagen. Deshalb wuchert bei Jens ein dichter Brennnessel-Dschungel im Hühner-Areal, der Schutz vor Sonne und Greifvögeln bietet - in Wiersdorf ist es oft der Habicht. Für (gemeinsame!) Ruhe- und Schlafpausen gibt es im Stall Sitzstangen für alle. 

Futtern tut das liebe Federvieh Futter aus ökologischer Landwirtschaft (von den Bauern aus der Umgebung). Das viele frische Grün macht auch die Farbe des Dotters: zartes Hellgelb. Künstliche Farbstoffe im Futter sind - ist klar - natürlich ein no-go.

Heimat: Wiersdorf (33 Einwohner)

Webseite: https://wiersdorfer-eiertraum.de

Bruderhähne leben lassen

Die männlichen Küken der Legehennen wurden in der Vergangenheit größtenteils am Tag ihres Schlupfes getötet. Federvieh, was keine Eier legt und nicht viel auf den Rippen hat, gilt in Betrieben als unprofitabel. 

Die Bruderhähne der Kulows leben schon seit Jahren bei Familie Wolters weiter, einem langjährigen Partner in Sachen Junghennenaufzucht. Die Familie betreibt ihren Hof in Ahlem (Münsterland) in der vierten Generation. 

Es gibt bereits seit 2012 in Biobetrieben eine Initiative gegen das Töten. Dort ist der Biolandhof Wiersdorf nicht explizit Mitglied, lebt den Grundgedanken aber mit. Die gerade verabschiedete EU-Öko-Verordnung schreibt künftig für alle die Mitaufzucht von Bruderhähnen vor. Macht alles in allem (Futter etc) einige Cent pro Ei mehr.   

Ökologische Tierzucht ist das Ziel. "Das ist auch eine Chance, unseren Kunden die vor- und nachgelagerten Bereiche transparent näherzubringen", sagt Jens. Bruderhähne werden ungefähr so viel wie Masthähnchen kosten. Geschlachtet werden sie bei seinem langjährigen Bioland-Partner Meyer zu Bakum, rund 50 km von Ahlem entfernt in Melle.