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Kissen mit Aufschrift: The future is female

Vom Pflichttermin zum Protesttag: Die zwei Gesichter des Frauentags

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Auf den ersten Blick klingt das nicht weiter kompliziert, doch je genauer man hinschaut, um so kniffliger wird's. Schon allein, ob man in Ost- oder Westdeutschland aufgewachsen ist, verändert die Bedeutung für diesen Tag. Wir als Grünland sehen uns als Ost-West-Projekt: dadurch, dass Salzwedel nur einen Steinwurf von der ehemaligen Grenze entfernt ist, beliefern wir sowohl "den Osten" als auch "den Westen".

Zwei Frauen vor einen feministischen Plakat 1974

Die historischen Wurzeln

Der Internationale Frauentag geht auf die sozialistische Frauenbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin einen internationalen Aktionstag für Frauenrechte vor. Ab 1911 fand der sogenannte Frauentag dann jährlich statt – mit Streiks und Protesten von Arbeiterinnen, insbesondere in Europa. Zentrale Forderungen waren das Frauenwahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und politische Teilhabe.

Der Ursprung ist also ganz klar politisch: Er war nie als Blumengruß gedacht, sondern als Forderung nach struktureller Gleichberechtigung.

Seit 1977 ist der 8. März offizieller Aktionstag der Vereinten Nationen.

KI generiert: Das Bild zeigt eine grüne, wellenförmige Linie auf transparentem Hintergrund.

Im Osten: offizieller Feiertag

In der DDR war der Frauentag fest verankert und wurde mit Blumen und Feierstunden inszeniert. Es wurden Urkunden und manchmal kleine Prämien verteilt. Der Staat betonte die Gleichberechtigung der Frau als politisches Ziel. Und tatsächlich lag die Erwerbsquote von Frauen in der DDR Ende der 1980er Jahre bei rund 90 Prozent und von der flächendeckenden Kinderbetreuung hätte sich der Westen ruhig mal was abschauen können.

Aber: Führungsebenen blieben mehrheitlich männlich dominiert. Nach außen hin wurde zwar Gleichberechtigung propagiert, real sah die Machtverteilung aber anders aus.

KI generiert: Eine Frau mit Blume vor städtischem Hintergrund, Text: "Zum Internationalen Frauentag - 8. März".
KI generiert: Poster an einer Wand: "MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR. 8. März - Internationaler Frauentag."

Im Westen: politischer Kampftag

In der ehemaligen Bundesrepublik spielte der 8. März lange kaum eine Rolle im öffentlichen Leben. Er wurde vor allem von Gewerkschaften und der neuen Frauenbewegung getragen. Gleichberechtigung? Fehlanzeige. Bis 1977 durften verheiratete Frauen in Westdeutschland nur mit Zustimmung ihres Mannes arbeiten. Weit verbreitet war nach Ende des zweiten Weltkriegs die Rolle der Hausfrau und Mutter. Hier hatte der Frauentag wenig mit einem zelebriertem Blumenritual zu tun, sondern war eher politischer Kampftag.

Kurzum: in beiden Teilen Deutschland war die Gleichberechtigung nicht viel mehr als ein Lippenbekenntnis.

Wo stehen wir heute?

Immer noch sind Führungsetagen und Politik männlich dominiert. Die Bio-Branche ist immerhin mit 55 % Beschäftigten überdurchschnittlich weiblich. Ebenso gibt es mit etwa 40 % mehr Frauen in Führungspositionen als in den meisten anderen Branchen und auch an Unternehmensgründungen sind sie hier stärker vertreten. Das hat damit zu tun, dass Werte wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziale Verantwortung häufig flexiblere Arbeitsstrukturen bieten und Frauen damit mehr Möglichkeiten haben, Familie und Beruf zu vereinbaren. Auch hier im Grünland haben wir ein ausgeglichenes Verhältnis von etwa 50:50 – auch auf Leitungsebene. Geschäftsführer und -inhaber Felix macht sich nichts vor: ohne Anita mit am Steuer ginge bei Grünland nüscht ;-)

Und politisch? Seit 2019 ist der 8. März in Berlin gesetzlicher Feiertag, seit 2023 auch in Mecklenburg-Vorpommern. Bundesweit jedoch nicht. Dennoch ist er eine gute Gelegenheit, sich mit ein paar wesentlichen Fragen zu beschäftigen:

Ist Gleichberechtigung in Deutschland faktisch erreicht – oder nur rechtlich verankert?

Rein juristisch sind Frauen und Männer im Grundgesetz (Art. 3) gleichgestellt. Aber bei Einkommen, Führungspositionen, Care-Arbeit und Altersarmut zeigen sich immer noch deutliche Unterschiede.

Die zentrale Frage lautet:
Reicht formale Gleichstellung – oder braucht es strukturelle Veränderungen?

Wer trägt die Verantwortung für echte Chancengleichheit – Individuum, Wirtschaft oder Staat?

Ist Gleichberechtigung eine Frage persönlicher Entscheidungen? Oder braucht es politische Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung, Quotenregelungen oder Entgelttransparenz?

Ist Gleichberechtigung individuelle Haltung oder gesellschaftliche Aufgabe?

Wie verändern sich Rollenbilder – und bremsen sie Gleichberechtigung weiterhin aus?

Rechtliche Gleichstellung nutzt wenig, wenn die gesellschaftlichen Erwartungen sich nicht verändern. Was ist typisch männlich oder typisch weiblich? Wem dienen diese Rollenbilder? Und was, wenn sie überholt wären?

Wo haben wir Ansichten und Rollenbilder übernommen, ohne diese auf Herz und Nieren zu prüfen?

KI generiert: Das Bild zeigt eine grüne, geschwungene Linie auf transparentem Hintergrund.

Am 9. März 2026 ist globaler Frauenstreik!

Bundesweit und international treten Frauen am 9. März in den Streik, um sich für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzt. Vorgemacht haben das 1975 die Isländerinnen, indem 90 % der Frauen an diesem Tag jede Form von Arbeit verweigert haben – ob Lohnarbeit, Hausarbeit, Kinderversorgung oder Kochen. Das Ergebnis: ein Land kurz vor dem Kollaps. Etliche Arbeitsplätze blieben unbesetzt, Männer mussten plötzlich selbst ihre Kinder versorgen und trotzdem noch ihrer Arbeit nachgehen. Wenn 50 % der Bevölkerung aus dem Hamsterrad aussteigen, schlägt das gewaltige Wellen. 

Verschiedene Events und Initiativen für diesen Tag und rund um das Thema findet ihr beispielsweise beim TöchterKollektiv oder bei ENOUGH!, ebenso bei verschiedenen Gewerkschaften, Vereinen oder privaten Initiativen. Hier im Umkreis gibt es in Lüchow im QBUS eine Streikzentrale mit vielen Aktionen und Workshops, auch in Magdeburg, Braunschweig, Seehausen (Altmark) und Stendal sind Aktionen durch das Töchterkollektiv geplant. 

Gleichberechtigung, Demokratie und Gerechtigkeit braucht uns alle!